Persönliche Schutzausrüstung (PSA)

Persönliche Schutzausrüstung (PSA) unterliegt in der Europäischen Union strengen Anforderungen. Die Verordnung (EU) 2016/425 regelt Prüfung und Zertifizierung, bevor ein Produkt auf den Markt kommt. Dieses muß den geltenden Gesundheits- und Sicherheitsanforderungen entsprechen. Unabhängige Konformitätsbewertungsstellen führen dazu umfangreiche Prüfungen und Kontrollen durch. Arbeitgeber sind aufgefordert, die für die jeweiligen Arbeitsbedingungen am besten geeignete PSA sorgfältig auszuwählen.

PSA-Kategorien

PSA wird in drei Schutzkategorien eingeteilt, die sich nach dem jeweiligen Risiko richten:

Kategorie I Geringer Schutz: Einfache PSA für geringfügige Risiken; keine speziellen Schulungsanforderungen.
Kategorie II Mittlerer Schutz: Für moderate Risiken mit signifikantem Verletzungspotenzial.
Kategorie III Hoher Schutz: Schutz vor schwerwiegenden oder lebensbedrohlichen Gefahren (Hitze, Strahlung, Chemikalien, biologische Risiken). Regelmäßige Kontrolle durch benannte Stellen erforderlich.

Atemschutz

EN 149 — Filtrierende Halbmasken (FFP)

Klassifizierung nach Vielfachem des Arbeitsplatzgrenzwertes (AGW):

  • FFP1: Schutz bis zum 4-fachen des Grenzwertes – für ungiftige und mindergiftige Stäube.
  • FFP2: Schutz bis zum 10-fachen (Halbmaske) / 15-fachen (Vollmaske) – für gesundheitsschädliche Stoffe.
  • FFP3: Schutz bis zum 30-fachen (Halbmaske) / 400-fachen (Vollmaske) – für hochgiftige Partikel.
EN 12941 — Gebläsefiltergeräte mit Helm oder Haube

Drei Schutzgrade (maximale Innenleckage):

  • TH1: < 15 %
  • TH2: < 2 %
  • TH3: < 0,2 %

Schutzhandschuhe

EN_388ErlmeierkolbenISO_7000-2484ISO_7000-2491ISO_7000-2415ISO_7000-2417ISO_7000-2412ISO_7000-2416
EN 420 / EN ISO 21420 — Allgemeine Anforderungen Schutzhandschuhe

Grundnorm für alle Schutzhandschuhe. Pflichtangaben auf jedem Handschuh:

  • Name des Herstellers
  • Handschuh- und Größenbezeichnung
  • CE-Kennzeichnung
  • Entsprechende Piktogramme, Leistungsindikatoren und Norm-Referenz

EN ISO 21420 ist die aktuelle überarbeitete Fassung.

EN 388 — Schutzhandschuhe gegen mechanische RisikenEN_388

Leistungsstufen als Ziffernfolge [a.b.c.d.e.f]:

Buchstabe Eigenschaft Stufen
a Abriebfestigkeit (Zyklen) 0 (<100) – 4 (≥8.000)
b Schnittfestigkeit Couptest (Faktor) 0 (<1,2) – 5 (≥20)
c Weiterreißfestigkeit (Newton) 0 (<10 N) – 4 (≥75 N)
d Durchstichfestigkeit (Newton) 0 (<20 N) – 4 (≥150 N)
e Schnittfestigkeit TDM/ISO 13997 A (≥2 N) – F (≥30 N)
f Stoßschutzprüfung P = bestanden
EN 374 / EN ISO 374 — Schutz gegen Chemikalien und MikroorganismenErlmeierkolben

Drei Leistungstypen (seit ISO 374-1:2016):

  • Typ A: Permeationsbeständigkeit ≥ 30 min gegen mind. 6 Prüfchemikalien.
  • Typ B: ≥ 30 min gegen mind. 3 Prüfchemikalien.
  • Typ C: ≥ 10 min gegen mind. 1 Prüfchemikalie.

Kennbuchstaben unter dem Piktogramm geben die geprüften Chemikalien an (A = Methanol, B = Aceton, C = Acetonitril, D = Dichlormethan, E = Kohlenstoffdisulfid, F = Toluol, G = Diethylamin, H = Tetrahydrofuran, I = Ethylacetat, J = n-Heptan, K = NaOH 40%, L = H&sub2;SO&sub4; 96%, M = HNO&sub3; 65%, N = Essigsäure 99%, O = Ammoniakwasser 25%, P = H&sub2;O&sub2; 30%, S = Flussäure 40%, T = Formaldehyd 37%).

EN 374-5 / Mikroorganismen: Schutz gegen Bakterien und Pilze, oder zusätzlich gegen Viren (Kennzeichnung „VIRUS“; geprüft gegen Bakteriophage Phi-X174).

EN 407 — Schutz vor thermischen GefahrenISO_7000-2417
Buchstabe Prüfung Stufen
a Brennverhalten 0–4
b Kontakthitze 0–4
c Konvektionshitze 0–4
d Strahlungshitze 0–4
e kleine Spritzer geschmolzenen Metalls 0–4
f große Mengen geschmolzenen Metalls 0–4

Höhere Stufe = besserer Schutz. „X“ = nicht getestet. Wert < 3: kein Kontakt mit offenem Feuer.

EN 421 — Schutz gegen ionisierende Strahlung und radioaktive KontaminationISO_7000-2484
  • flüssigkeitsdicht + Bestehen des Penetrationstests gemäß EN ISO 374
  • Bestehen der Luftdruck-Dichtheitsprüfung
  • hoher Widerstand gegen Wasserdampfdurchdringung
  • definierter Anteil an Blei oder gleichwertigem Metall für Strahlenschutz
EN 455 — Medizinische Handschuhe zum einmaligen Gebrauch
  • 455-1 Dichtheit: Befüllung mit 1.000 ml Wasser; AQL-Wert mindestens 1,5.
  • 455-2 Physikalische Eigenschaften: Maße und Reißfestigkeit, ≥ 13 Prüfhandschuhe pro Charge.
  • 455-3 Biologische Bewertung: Grenzwerte für Chemikalien, Endotoxine, Puder, Proteine.
  • 455-4 Haltbarkeitsdauer: In der Regel 5 Jahre ab Produktionsdatum.
EN 511 — Schutzhandschuhe gegen KälteISO_7000-2412
  • Konvektive Kälte: Stufe 0–4
  • Kontaktkälte: Stufe 0–4
  • Wasserdichtigkeit: 0 (nicht wasserdicht) oder 1 (wasserdicht)

Höhere Stufe = besserer Schutz. „X“ = nicht getestet.

EN 12477 — Schutzhandschuhe für SchweißerISO_7000-2417EN_388
  • Typ A: Höhere Schutzanforderungen; empfohlen für schwere Schweißverfahren
  • Typ B: Größere Bewegungsfreiheit; bevorzugt beim WIG-Schweißen.

Muss EN 420 erfüllen; verfügt über verlängerten Unterarmschutz gegen Schweißperlen

EN 16350 — Elektrostatische Eigenschaften (Handschuhe)ISO_7000-2415

Für den Einsatz in explosionsgefährdeten Umgebungen:

  • Durchgangswiderstand Rv < 1,0 × 10&sup8; Ω (weniger als 100 Megaohm)
  • geprüft nach EN 1149-2 bei 23 ± 1 °C, 25 ± 5 % rel. Luftfeuchte
  • Alle 5 Proben müssen den Grenzwert einhalten

Schutzkleidung

T6EN-ISO_13982_t5t4EN14605_t3T2T1ISO_7000-2484ISO_7000-2491ISO_7000-2415ISO_7000-2417ISO_7000-2412ISO_7000-2416regenschirmSonneEN17353EN27065IEC_61482-1

Schutzkleidung (PSA Kat. III) in sechs Typen, aufsteigend nach Schutzgrad:

Typ Schutz
Typ 6 Begrenzt sprühdicht
Typ 5 Partikeldicht
Typ 4 Sprühdicht
Typ 3 Flüssigkeitsdicht
Typ 2 Nicht gasdicht
Typ 1 Gasdicht

Bei Typ 6–4 können atmungsaktive Materialien eingesetzt werden – abhängig von Barriere-Eigenschaften und Arbeitsanforderungen.

EN ISO 13688 — Allgemeine Anforderungen Schutzkleidung

Allgemeine Leistungsanforderungen: Ergonomie, Sicherheit, Größenbezeichnung, Alterung, Verträglichkeit und Kennzeichnung. Immer in Kombination mit produktspezifischen Normen zu verwenden – allein kein Schutznachweis.

EN 13034 — Schutz gegen flüssige Chemikalien (Typ 6)T6

Schutz gegen leichte Spritzer und Aerosole von Chemikalien mit geringem Risiko. Eingeschränkte Schutzleistung (Typ 6 und Typ PB[6]). Nicht für konzentrierte oder aggressive Chemikalien.

EN ISO 13982 — Schutz gegen feste Partikel (Typ 5)EN-ISO_13982_t5
  • Teil 1: Leistungsanforderungen für Ganzkörperschutz gegen luftgetragene feste Partikel
  • Teil 2: Prüfverfahren zur Bestimmung der Innenleckage von Aerosolen
EN 14605 — Schutz gegen flüssige Aerosole (Typ 4)t4

Spraydichte Verbindungen – Schutz gegen flüssige Aerosole. Teilkörperschutz: PB4 (z.B. Armstulpen, Schürzen).

EN 14605 — Schutz gegen flüssige Chemikalien (Typ 3)EN14605_t3

Flüssigkeitsdichte Verbindungen – Schutz gegen Flüssigkeitsstrahlen. Teilkörperschutz: PB3 (z.B. Armstulpen, Schürzen).

EN 943-1 — Belüftete, nicht gasdichte Schutzanzüge (Typ 2)T2
  • Funktionsweise: Diese Anzüge sind nicht gasdicht, werden aber durch eine Atemluftversorgung (z. B. Druckluftschlauchgerät) unter Überdruck gehalten, um das Eindringen von Schadstoffen zu verhindern.
  • Aktueller Status: In der EU wurde Typ 2 weitgehend durch gasdichte Anzüge (Typ 1) oder spezialisierte belüftete Anzüge ersetzt. In internationalen Normen wie der ISO 16602 existiert die Kategorie Typ 2 jedoch weiterhin.
  • Unterscheidung: Während Typ 1 den höchsten Schutz (gasdicht) bietet, ist Typ 2 für Situationen gedacht, in denen eine ständige Belüftung den Schutz gewährleistet, die Hülle selbst aber kleine Leckagen aufweisen darf.
EN 943-2 — Belüftete, gasdichte Schutzanzüge (Typ 1) T1

Ein gasdichter Schutzanzug vom Typ 1 (nach EN 943) funktioniert wie eine mobile, hermetisch abgeriegelte Kapsel. Das Hauptziel ist die vollständige Trennung des Trägers von der gefährlichen Außenatmosphäre.

1. Die Barriere (Material)
Der Anzug besteht aus Hochleistungsmaterialien (oft beschichtete Kunststoffe wie Viton, Butyl oder Laminate), die keine Gase, Flüssigkeiten oder Partikel durchlassen. Alle Nähte sind verschweißt oder speziell getapt, damit auch dort keine Schwachstellen entstehen.

2. Die Atemluftversorgung
Da der Anzug gasdicht ist, kann der Träger nicht einfach die Umgebungsluft atmen. Zwei Hauptarten der Luftversorgung:

  • Typ 1a: Das Atemschutzgerät (Pressluftatmer) wird innerhalb des Anzugs getragen.
  • Typ 1b: Das Atemschutzgerät wird außerhalb des Anzugs getragen.
  • Typ 1c: Die Luft kommt über ein Schlauchsystem von außen.

3. Das Druckprinzip
Während des Gebrauchs entsteht im Inneren oft ein leichter Überdruck (besonders bei Typ 1a durch die Ausatemluft der Maske). Dieser Überdruck ist ein zusätzlicher Sicherheitsfaktor: Sollte der Anzug eine winzige Beschädigung haben, strömt die saubere Luft von innen nach außen und verhindert so, dass Giftstoffe eindringen.

4. Die Entlüftung (Auslassventile)
Damit der Anzug durch den konstanten Luftstrom nicht wie ein Ballon platzt, besitzt er spezielle Überdruckventile. Diese lassen überschüssige Luft kontrolliert nach außen ab, blockieren aber sofort, wenn Luft von außen nach innen dringen will (Einweg-Prinzip).

5. Komponenten für die Dichtigkeit

  • Gasdichter Reißverschluss: Ein spezielles, meist gummiertes Verschlusssystem.
  • Integrierte Stiefel/Handschuhe: Diese sind entweder fest verschweißt oder über Dichtringe absolut gasdicht mit dem Anzug verbunden.
  • Sichtscheibe: Ein großes Panorama-Gesichtsfeld, das ebenfalls gasdicht in das Anzugmaterial eingearbeitet ist.
ISO 14644 — Reinräume

Regelt Verfahren für partikuläre Reinheit in Reinräumen. Reinraumklassen ISO 1 (reinste) bis ISO 9.

Reinraumklassen nach DIN EN ISO 14644-1 (max. Partikelanzahl/m³)
Klasse ≥ 0,1 μm ≥ 0,2 μm ≥ 0,5 μm ≥ 1,0 μm ≥ 5,0 μm
ISO 1 10
ISO 2 100 24
ISO 3 1.000 237 35
ISO 4 10.000 2.370 352 83
ISO 5 100.000 23.700 3.520 832
ISO 6 1.000.000 237.000 35.200 8.320 293
ISO 7 352.000 83.200 2.930
ISO 8 3.520.000 832.000 29.300
ISO 9 35.200.000 8.320.000 293.000
EN 369 — Schutz gegen flüssige Chemikalien (Material)

Prüfverfahren zur Bestimmung des Widerstandes von Materialien gegen die Permeation von Flüssigkeiten. Dient als Grundlage für andere Schutznormen.

EN 1149 — Elektrostatische Eigenschaften (Schutzkleidung)ISO_7000-2415

Anforderungen an elektrisch leitfähige Schutzkleidung gegen Funkenbildung und Explosionsgefahr. Die Kleidung wird geerdet (z.B. über leitfähige Schuhe).

  • EN 1149-1: Oberflächenwiderstand | EN 1149-2: Durchgangswiderstand
  • EN 1149-3: Ladungsabbau | EN 1149-5: Leistungsanforderungen
EN 1073 — Schutz gegen radioaktive Kontamination (Kleidung)ISO_7000-2484

Drei Leistungsklassen (Sollschutzfaktor gegen Aerosole, 0,6 μm):

  • Klasse 1: Schutzfaktor 5 | Klasse 2: Schutzfaktor 50 | Klasse 3: Schutzfaktor 500

Teil 1: Belüftete Kleidung. Teil 2: Unbelüftete Kleidung.
Schützt vor Kontamination durch radioaktive Partikel, nicht vor Strahlung.

EN 14126 — Schutz gegen InfektionserregerEN14126
Typ Beschreibung
6-B Begrenzter Schutz gegen Sprühnebel
5-B Schutz gegen luftgetragene feste Partikel
4-B Schutz gegen Sprühaerosole
3-B Schutz gegen Druckbeaufschlagung mit Flüssigkeiten
2-B Nicht gasdicht
1a/1b/1c-B Gasdicht
EN ISO 14116 — Begrenzter FlammenschutzEN14116
  • Index 1: Keine Flammenausbreitung, kein brennendes Abtropfen, kein Nachglimmen
  • Index 2: Wie Index 1 + keine Lochbildung
  • Index 3: Wie Index 2 + kein Nachbrennen
EN 531 / EN ISO 11612 — Schutz gegen Hitze und FlammenISO_7000-2417

Bei kurzem Kontakt mit Flammen und mindestens einer Hitzeart. Klassifizierung:

  • A: Begrenzter Flammenausbreitung
  • B1–B3: Konvektionshitze
  • C1–C4: Strahlungshitze
  • D1–D3: Flüssige Aluminiumspritzer
  • E1–E3: Flüssige Eisenspritzer
  • F1–F3: Kontakthitze
EN ISO 11611 — Schutzkleidung für SchweißenEN11611
  • Klasse 1: ≥ 15 Tropfen Metallspritzer ohne Temperaturerhöhung > 40 K; RHTI ≥ 7 s.
  • Klasse 2: ≥ 25 Tropfen; RHTI ≥ 16 s.

Buchstabe A: A1 = Flächenbeflammung 10 s; A2 = Kantenbeflammung 10 s.

EN 14058 — Schutz gegen kühle UmgebungenISO_7000-2412

Für Umgebungen ab −5 °C. Leistungsklassen für Wärmedurchgangswiderstand RcT (m²·K/W):

  • Klasse 1: 0,06–0,12 | Klasse 2: 0,12–0,18 | Klasse 3: 0,18–0,25

Weitere optionale Messgrößen: Luftdurchlässigkeit, Wasserdichtigkeit, Wärmeisolation.

EN 17353 — Erhöhte Sichtbarkeit für mittlere RisikenEN17353
Typ Einsatz Material
A Nur Tageslicht fluoreszierend
B Nur Dunkelheit retro-reflektierend
AB Tageslicht, Dämmerung, Dunkelheit Beides
EN ISO 27065 — Schutz für Anwender von PflanzenschutzmittelnEN27065
  • C1 – Geringes Risiko: Mindestbeständigkeit; nicht für Konzentrate.
  • C2 – Mittleres Risiko: Höhere Schutzwirkung; nicht für Konzentrate.
  • C3 – Hohes Risiko: Schutz gegen Permeation; auch für Konzentrate geeignet.
EN 343 — Schutz gegen Regenregenschirm
Klasse Wasserdurchgangswiderstand Wasserdampfwiderstand (Ret)
1 Ret > 150
2 > 800 mmH&sub2;O 20 < Ret ≤ 40
3 > 1.300 mmH&sub2;O Ret < 20
4 ≥ 20.000 mmH&sub2;O Ret < 10

R oder X: R = auf Beregnung von oben getestet; X = nicht getestet.

EN 381 / EN ISO 11393 — Schutzkleidung für KettensägenbenutzerISO_7000-2416

Beinschutz-Typen:

  • Typ A: Frontschutz, der jedes Bein teilweise (180°) abdeckt.
  • Typ B: Wie A, mit zusätzlichem Innenschutz am linken Bein.
  • Typ C: Rundum-Schutz (360°) beider Beine.
Klasse Kettengeschwindigkeit
1 20 m/s
2 24 m/s
3 28 m/s
EN 14325 — Prüfverfahren für Chemikalienschutzkleidung

Bezugsnorm für physikalische Leistungsmerkmale: Abnutzungswiderstand, Biegebruch-, Weiterreißwiderstand, Berstwiderstand, Zugfestigkeit, Durchstichfestigkeit, Permeationsbeständigkeit, Nahtstärke u.a.

EN 13758 — UV-Schutz (Textilien)Sonne
UPF-Bereich Schutz % Abschirmung
15–24 Gut 93,3–95,8 %
25–39 Sehr gut 96–97,4 %
40–50+ Ausgezeichnet 97,5–98+ %

Schutzwirkung kann bei nasser oder abgetragener Kleidung nachlassen.

EN 61482 / IEC 61482-1-2 — Schutz gegen LichtbogenIEC_61482-1
  • Klasse 1 (4 kA): Grundschutz gegen thermische Lichtbogengefahren
  • Klasse 2 (7 kA): Erhöhter Schutz

Schutz vor elektrischen Schlägen ist nicht abgedeckt.

Medizinische Gesichtsmasken

EN 14683 — Medizinische Gesichtsmasken
  • Typ I: Geringer Schutz; für Patienten geeignet.
  • Typ II: Höhere bakterielle Filtereffizienz; für medizinisches Personal.
  • Typ IIR: Wie Typ II + zusätzlicher Spritzwiderstand.
Begleitende ISO-Symbole (ISO 15223-1)

Da medizinische Masken oft Einwegartikel sind, werden häufig standardisierte Symbole nach ISO 15223-1 verwendet:

  • Durchgestrichene 2: Symbol für den Einmalgebrauch (Single Use).
  • Fabrik-Symbol: Name und Adresse des Herstellers.
  • Sanduhr: Verfallsdatum der Masken.
  • Lot-Symbol: Die Chargennummer zur Rückverfolgung.

Sicherheitsschuhe

EN ISO 20345 — Sicherheitsschuhe (200 Joule)
Kategorie Eigenschaften
SB Grundschuh mit Schutzkappe
S1 SB + antistatisch + Energieaufnahme Ferse + geschlossener Fersenbereich
S2 S1 + wasserabweisender Schaft
S3 S2 + durchtrittsichere Zwischensohle + profilierte Sohle
S4 S1 + polymerer Schaft (vollständig wasserdicht)
S5 S4 + Stahlzwischensohle

Optionale Zusatzkennzeichen: A (antistatisch), E (Energieabsorption Ferse), FO (ölbeständig), P (durchtrittsicher), HRO (hitzebeständige Sohle), WR (wasserdicht), SRA/SRB/SRC (Rutschhemmung) u.a.

EN ISO 20344 — Prüfverfahren für Schuhe

Einheitliche Prüfverfahren für alle Sicherheits-, Schutz- und Berufsschuhe. Grundlage für EN ISO 20345, 20346 und 20347.

Warnschutz / Sichtbarkeit

EN ISO 20471 — Hochsichtbare Warnbekleidung
Klasse 3 Klasse 2 Klasse 1
Hintergrundmaterial (m²) 0,80 0,50 0,14
Retroreflektierendes Material (m²) 0,20 0,13 0,10

Klasse 3 = beste Sichtbarkeit. Reflektierendes Material muss rund um Torso und Arme angebracht sein.

Bedeutung der Schutzklassen (X)
  • Klasse 1 (Niedrigste Stufe): Geeignet für Umgebungen mit geringem Verkehrsrisiko (z. B. Betriebsgelände mit Geschwindigkeiten bis 30 km/h).
  • Klasse 2 (Mittlere Stufe): Standard für Arbeiten im Straßenverkehr bei Geschwindigkeiten bis 50 km/h. Typisch für klassische Warnwesten ohne Ärmel.
  • Klasse 3 (Höchste Stufe): Erforderlich für Hochrisikobereiche wie Autobahnen (über 50 km/h) oder Schienenwege.

Wichtiger Unterschied: Im Gegensatz zur EN 17353 (mittleres Risiko) ist die EN ISO 20471 für Hochrisiko-Situationen vorgeschrieben, in denen eine Sichtbarkeit aus großer Entfernung bei Tag und Nacht lebenswichtig ist.

Öko-Tex® Standard 100

Oeko-Tex Standard 100

Das Öko-Tex® Standard 100 Label bestätigt, dass alle Bestandteile eines Artikels – einschließlich Fäden, Knöpfe und Accessoires – auf Schadstoffe geprüft und gesundheitlich unbedenklich sind.

  • Klasse 1: Produkte für Babys – strengste Anforderungen.
  • Klasse 2: Produkte mit direktem Hautkontakt (z.B. Unterwäsche, Hemden).
  • Klasse 3: Produkte ohne direkten Hautkontakt (z.B. Jacken, Westen).
  • Klasse 4: Ausstattungsmaterialien (z.B. Tischwäsche, Vorhänge, Möbelstoffe).